Kindgerechter Gabentisch

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1. Dezember 2017 | Rubrik: Rund ums Kind

Kindgerechter Gabentisch

 

Kinder werden gerne beschenkt, von Eltern, Großeltern, Tanten und Onkels und netten Nachbarn. Alle meinen es gut, doch nicht immer tun sie dem Nachwuchs tatsächlich etwas Gutes damit. Zu viel, gesundheitsschädlich, für das Alter unpassend – richtig schenken ist gar nicht so einfach...

 

Kreativität fördern

Geschenke sollen dem Nachwuchs Freude bereiten, ihn aber möglichst auch in seiner Entwicklung fördern. „Wichtig ist, dass Kinder kreativ sein, eigene Ideen entwickeln können und die Welt um sich herum erforschen lernen“, sagt Carina Feldmann, Kinder- und Jugendpsychologin aus Türkenfeld. Denn in der Schule oder später im Beruf sind in schwierigen Situationen Lösungen gefragt – und dazu braucht es Fantasie. Für Babys mag ein Plastikklavier, das auf Knopfdruck eine Melodie spielt, interessant sein, weil Neugeborene allen Geräuschen aufmerksam lauschen und damit ihren Hörsinn schärfen. Für Kinder ab etwa vier Jahren ist jedoch ein Musikinstrument, auf dem sie selbst spielen können, sinnvoller. Auch der Körper muss sich entwickeln können. Einem Zweijährigen ein Elektrofahrzeug zu schenken, bei dem er nur noch lenken muss, ist nicht empfehlenswert. Denn im Alter von ein bis drei Jahren bildet sich die Grobmotorik aus und die Kleinen lernen sich zu bewegen. Spaß machen dann zum Beispiel Laufräder, Bobbycars, alles zum Hinterherziehen und Schieben. Welche Spielzeuge die kindliche Entwicklung fördern, erfahren Eltern im Familienhandbuch des Bayerischen Staatsministeriums für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen (www.familienhandbuch.de,

Suchbegriff Spielzeug).

 

Weniger ist mehr

Der zweite Geburtstag ist ungefähr der Zeitpunkt, an dem das Kind „Mein“ und „Dein“ unterscheiden kann. Vorher wird es hübsch verpackte Päckchen vermutlich Mama oder Papa überreichen. Das Bewusstsein von Besitz birgt

jedoch auch Gefahren. Kinder mit Geschenken zu überhäufen, ist nicht ratsam. Das gilt nicht nur für Spielzeug, sondern auch für andere Dinge. „Bekommen Heranwachsende zu viel, hat das negative Auswirkungen auf ihr Selbstwertgefühl“, so Feldmann. „Sie defi nieren sich irgendwann über ihren Besitz. Charakter oder persönliche Leistungen zählen dann nicht mehr“, so die Expertin. Die Einstellung „Ich bin, was ich habe“ könne zu Minderwertigkeitsgefühlen führen, wenn andere Stärken gefragt sind.

 

Wichtig: „Diejenigen, die schenken, sollten sich immer ihrer eigenen Motivation bewusst sein“, empfi ehlt Feldmann. Wurde das teure Fahrrad ausgewählt, um Freunde zu beeindrucken oder weil tatsächlich die Qualität überzeugt? Menge und Preis bei Geschenken sind unbedeutend, denn: „Kinder brauchen keine Statussymbole“, so die Psychologin.

 

Überquellende Kinderzimmer haben aber auch noch aus einem anderen Grund negative Auswirkungen auf den Nachwuchs. „Um Ideen entwickeln und herausfinden zu können, was sie jetzt am liebsten tun möchten, brauchen Kinder Freiraum – sowohl zeitlich als auch im Zimmer und im Kopf“, erklärt Feldmann. Reizüberflutung hemme die Kreativität. Aus diesem Grund empfiehlt die Expertin auch, bis zu einem Alter von zehn Jahren keine Bildschirmgeräte wie Handy oder Tablet zu schenken. Ein von Pädagogen empfohlenes Computerspiel auf dem Gabentisch darf aber ruhig sein, das dann am elterlichen PC gespielt werden kann.Berichte zu neuen Spielen und Empfehlungen gibt es auf der Plattform der Bundeszentrale für politische Bildung unter www.spielbar.de.

 

Wer dem Nachwuchs eine Freude machen möchte, kann durchaus auch etwas schenken, was das Kind im Alltag braucht. Ein schöner Stift oder Schreibblock für die Schule, ein hübsches Kleid oder lustige Bettwäsche kommen bei Kindern gut an. Generell ist es sinnvoll, sich mit Verwandten abzusprechen. Soll es doch lieber etwas zum Spielen sein, wäre eine Möglichkeit, im Spielzeugwarenladen eine Kiste zusammenstellen zu lassen, aus der sich – ähnlich wie bei Hochzeiten – jeder Schenkende etwas aussuchen kann. Im Vordergrund sollte bei der Auswahl jedoch immer der Mehrwert für das Kind, nicht für den Erwachsenen stehen.

 

Geprüfte Qualität

Immer häufiger gelangen gefährliche Produkte nach Europa, die meisten stammen aus China. Beim Kauf von Spielzeug – vor allem für Kleinkinder – sollten Eltern darauf achten, dass es frei von Schadstoffen ist.

 

Informationen dazu gibt es auf folgenden Webseiten:

 

(SF)

 

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